Stockheim (bu) Sie sind Spielkameraden für Kinder, Gesellschafter für einsame, oft ältere Menschen, sie sind Clowns, Seelentröster, Zuhörer. Und manchmal haben sie Hunde Aufgaben, die in unserer Gesellschaft nicht weg zu denken sind. Die Rede ist vom treuesten Freund des Menschen, die Rede ist vom Hund. Hunde arbeiten als Rettungshunde, Therapiebegleithunde, Blindenführhunde, Assistenzhunde, Rauschgift- und Sprengstoffspürhunde oder als Jagdhunde. Die Liste der „Hundeberufe“ ließe sich beliebig fortsetzen. Und immer stehen diese Jobs im Dienste der Menschen.

Meist werden diese Hunde in der Gesellschaft geschätzt. Und immer werden sie von ihren Besitzern geliebt. Kriminelle Hundehasser haben – pünktlich zu Weihnachten und zum Jahreswechsel – Giftköder im Gemeindegebiet von Stockheim ausgelegt. Giftköder, die dazu geführt haben, dass ein ausgebildeter und einsatzerprobter Rettungshund elendig krepiert ist. Ein Hund, der bereits erfolgreich geholfen hat, Menschenleben zu retten. Er wurde hinterrücks vergiftet. Bei helllichtem Tag.

Auch Hunde haben einen Namen. Dieser hieß Leeluu, ein Rhodesian Ridgeback, neun Jahre alt. Drei Tage hat sie in der Tierklinik Stadtsteinach um ihr Leben gekämpft. Sie hat nur dieses eine. Sie hat den Kampf verloren, ist elendig mit kolikartigen Schmerzen und Krämpfen an einem Multiorganversagen verstorben. Vergiftet von wahnsinnigen, kriminellen Psychopathen, die Jahr für Jahr die Hundehalter in der Gemeinde Stockheim in Angst und Schrecken versetzen. Das perfide: Die Giftköder wurden in der Nähe eines Kinderspielplatzes und eines Wohngebietes, in dem viele junge Familien mit Kindern leben, aufgenommen. So weit reicht der Hass, dass auch der Tod und das Leiden von Kinder billigend in Kauf genommen wird. Denn Giftköder müssen nicht immer verschluckt werden, Bei manchen reicht schon bloßer Hautkontakt, um Vergiftungserscheinungen auszulösen.

Leeluu war ein erfahrener Personenspürhund. Viele Jahre stand sie in den Diensten der Rettungshundestaffel Kronach der Arbeitsgemeinschaft Mantrailing. Aber lohnt sich soziales Engagement, in Anbetracht dieses gnadenloses Hasses, überhaupt? Dabei will doch einfach nur jeder Hundehalter mit seiner Familie und in aller Ruhe spazieren gehen können – ohne ständig schauen zu müssen, wo der Hund gerade schnüffelt. „Man wird hysterisch bei jedem Grashalm den sie fressen. Es kann nicht angehen, dass solch Wahnsinnige unser Leben bestimmen“, so Manfred Burdich, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Mantrailing – Rettungshundestaffel & Therapiehundezentrum.

Die Gemeinde Stockheim ist vorbildlich in Bezug auf Hundestationen an den Hauptspazierwegen. Diese werden auch dankend von den meisten Hundebesitzern angenommen. Aber selbst wenn einmal eine Hinterlassenschaft liegen bleibt, hat niemand das Recht, Hunde und deren Besitzer zu quälen und zu töten. Das Ausbringen von Giftködern ist kein Kavaliersdelikt. Es ist eine Straftat und mit Gefängnis bis zu drei Jahren bedroht. Wer zuschaut, macht sich mitschuldig. Die Gemeinde Stockheim wird als familienfreundlich beworben. Deshalb ziehen gerade junge Familien nach Stockheim. Und zu einer Familie gehört manchmal auch ein Hund. Und auch der sollte sorglos dort leben können.

Neben dem immateriellen Schaden bleibt auch der materielle. Die Ausbildung eines Persponenspürhundes – wie es Leeluu war – kostet summa summarum etwa soviel wie ein Mittelklasseauto. Würde jemand aus Spass regelmäßig Autos demolieren, stünde es wahrscheinlich auf jeder Titelseite. Aber es sind ja nur Hunde…

Eine Studie aus den Vereinigten Staaten von Amerika, die die Tierschutzorganisation PETA veröffentlicht hat, beweist: „Menschen, die nur ein einziges Mal Tiermissbrauch begehen, werden mit größerer Wahrscheinlichkeit weitere Straftaten begehen als Personen, die keine Tiere quälen“, so Professor Arnold Arluke von der New York University. Und Terry Farmer, Bezirksstaatsanwalt von Humboldt County, USA: „Die Verbindung zwischen Tiermissbrauch und noch gewalttätigerem Verhalten ist klar erkennbar. Die zerstückelten Überreste von Hunden und Katzen könnten morgen schon die Überreste von Kindern sein.“

Giftköder auszulegen ist kein Kavaliersdelikt. Es ist Ausdruck zur Breitschaft, weitere Verbrechen zu begehen. Die Beweggründe sind niederträchtig und verabscheuenswürdig. Um die Gemeinde Stockheim? Nachrichten wie diese verbreiten sich über soziale Medien rasend schnell. Kein Wanderer, kein Tourist, kein Kind. Niemand will mehr hier sein. Familienfreundlichkeit ade.

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