Kronach (bu) Beim Therapiehundezentrum der Arbeitsgemeinschaft Mantrailing in Kronach haben 14 Teams die Ausbildung zum zertifizierten Therapiebegleithunde-Team erfolgreich abgeschlossen: Prof. Dr. Silke Schworm (Regensburg), Melanie Harfold-Wagner (Mistelgau), Katharina Weiß (Königsfeld), Sabine Lindner (Bayreuth), Stephanie Stengel (Selb), Ramona Ernst (Sonneberg), Pia Mahr (Mainleus), Nicole Kuchenbrod (Schweinfurt), Nicole Cwielong (Coburg), Martina Störzer (Lichtenfels), Maria Henschel-Ramming (Münchberg), Margita Mayer (Sonneberg), Lena Poppe (Coburg) und Katharina Grasser (Hollfeld). Die Arbeitsgemeinschaft Mantrailing ist hierbei die einzige Organisationen im europäischen Raum, deren Ausbildung sowohl von der European Association for Assisted Animal Therapie (ESAAT) akkreditiert und von der Animal Assisted Intervention International (AAII) zertifiziert ist. Die Ausbildung in Kronach hat somit ein Alleinstellungsmerkmal inne. Manfred Burdich, Ausbildungsleiter und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Mantrailing, konnte bei der Abschlussfeier in der Waldschänke Stübental die Zertifikate aushändigen und dankte allen Dozenten und Mentoren, die dazu beitrugen, die Ausbildung gelingen zu lassen.

Ein Therapiebegleithunde-Team in unterschiedlichen Bereichen tätig. Die qualifizierte Ausbildung von Hund und Mensch ermöglicht den Einsatz selbst in sensiblen und schwierigen Bereichen. Unter allen Haustieren nimmt der Hund in der tiergestützten Intervention für den Menschen eine besondere Stellung ein. Der Hund ist das vermutlich erste Tier, welches vom Menschen domestiziert werden konnte. Diese lange gemeinsame Evolution von Mensch und Hund hat dazu geführt, dass Hunde menschliche Gestik und Mimik erfassen, deuten und darauf eigenständig reagieren können. Kein anderes Tier hat diese Fähigkeit zur Empathie wie ein Hund. Therapiebegleithunde werden gezielt eingesetzt, um das Leiden von physisch und psychisch kranken Menschen zu lindern. So helfen sie zum Beispiel in der Psychotherapie, Physiotherapie, Ergotherapie, Heilpädagogik und in vielen anderen sozialen und therapeutischen Bereichen. Tiergestützte Intervention wird in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, in Alten- und Pflegeheimen, in Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern sowie Palliativeinheiten geschätzt.

Es wurde mehrfach wissenschaftlich nachgewiesen und in mehreren Studien belegt, dass der Kontakt zu Tieren, insbesondere zu Hunden, beim Menschen positive Auswirkungen auf den körperlichen und seelischen Gesundheitszustand hat. Nicht umsonst empfiehlt sogar das Robert-Koch-Institut, den Einsatz von Hunden in Einrichtungen des Gesundheitswesens zuzulassen. Eine fundierte und zertifizierte Ausbildung wie die der Arbeitsgemeinschaft Mantrailing ist jedoch Voraussetzung.

Ein Hund geht immer völlig wertfrei auf den Menschen zu, befriedigt das Zuneigungs- und Zuwendungsbedürfnis, mindert Einsamkeit oder soziale Isolation und steigert das Wohlbefinden. Die Anwesenheit eines Hundes senkt den Blutdruck und die Herzfrequenz. Zudem sprechen die Patienten besser auf Medikamente an. Dies führt unter Umständen zu einer Reduktion der Genesungszeiten nach einem Schlaganfall oder Herzinfarkt. Die Grob- und Feinmotorik wird durch gezielte Übungen, auch Füttern aus der Hand, trainiert. Das warme weiche Hundefell vermittelt bei Berührung Wärme, Ruhe und Geborgenheit. Therapiebegleithunde wirken kommunikationsfördernd, antidepressiv und steigern die intrinsische Motivation.

Foto: Manfred Burdich mit Melanie Harfold-Wagner und Hund Ilvy während einer praktischen Ausbildungseinheit.

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